Hündle im Allgäu Rundweg : Moosalpe – Sennalpe Sonnhalde – Neugreuth Alpe – Buchenegger Wasserfälle

Hello again, geliebter Allgäu! Wir sind mal wieder hier. Genauer gesagt auf einem Rundweg auf dem Hündle nahe Oberstaufen. Eigentlich nur als zweite Wahl, denn eigentlich sollten wir im Schwarzwald sein. Dort War aber Chaos in der Wutachschlucht und wir haben fix umgeplant. Das Regenwetter gab es dann aber auch hier. Und es begrüßte uns zu dieser feinen kleinen Tour.

Angekommen am Parkplatz der Hündlebahn Talstation packten wir erst mal unsere Sachen ordentlich und kümmerten uns um einen halbwegs brauchbaren Schutz gegen den Nieselregen. Da wir ein Kleinkind von sechs Monaten dabei hatten, mussten wir etwas anders planen als sonst. Der Kleine war bester Laune und die wollten wir ihm nicht verderben. So kam endlich mein Regenponcho mal zum Einsatz, hier als Baby-Schutz. Hat sich bewährt 🙂

Los geht’s mit der Fahrt zur Hündlebahn Bergstation. Oben angekommen zerschlug sich auch gleich unsere Hoffnung auf besseres Wetter. Aber das tat der Laune keinen Abbruch. Wir bestimmen die heutige Route und machen uns auf den Weg. Wie immer bin ich sofort erschlagen von der Vielfältigkeit des wunderschönen Allgäus. Bergpanoramen, satte Wiesen, Bäche, Schluchten, Felsen, Kühe, Wald… Alles ist im Überfluss vorhanden. Die Luft ist frischer, die Menschen sind glücklicher. Es ist herrlich wieder hier zu sein!

Nach recht kurzer Zeit legen wir eine erste kleine Pause ein und besuchen die Moosalpe. Eine herrliche Wärme empfängt uns und wir belohnen uns gleich mal mit einer Halben, einem Kaffee und einem sehr leckeren Stück Kuchen. Auch der kleine Racker bekommt etwas Proviant, was vom Timing her auch super passt, denn draußen kommt grad ein Schauer runter. Wir genießen also noch etwas die Vorzüge eines warmen, trockenen Raumes und machen uns dann weiter auf den Weg.

Wir passieren einige asphaltierte Wege und kommen durch ein Stück Wald und entlang des Waldrandes sehr bald schon an der Sennalpe Sonnhalde an. Hier werden wir von einem super netten und bestens gelaunten Gastgeber in Empfang genommen. Der gute Mann führt die Alpe bereits seit 1982 und man  merkt ihm sofort an, dass es das beste war was ihm und der Alpe passieren konnte. Dieser Mann lebt diese wunderschöne Alpe. Und die Alpe profitiert von der Hingabe dieses Mannes. Es ist sau gemütlich drinnen und die beste Heimatschmonzette der 60er Jahre hätte das Gefühl dort drin nicht wiedergeben können. Wir trinken wieder unsere Halbe (außer Mami und Knirps natürlich!), gönnen uns wieder eine Kleinigkeit zu essen und verlassen nach gut 45 Minuten mit etwas trockeneren Klamotten und frischer Kraft diesen wunderschönen Ort.

Der Weg wird nun etwas wilder, führt nun entlang an Waldgebieten und durch kleine Täler, an Bächen vorbei, über Viehweiden wieder zu Asphaltwegen. Nach einiger Zeit stoßen wir auf die Neugreuth Alpe. Da es nun mal regnet und die Leute hier von der Einkehr leben, statten wir auch hier den Leuten einen Besuch ab. Das lohnt sich auch gleich wieder. Was sich wie ein roter Faden zieht ist die Tatsache, dass es auch hier super Essen und Halbe gibt. Daher ergeben wir uns den Fakten und frönen beidem 🙂

Frisch gestärkt machen wir und dann auf zu unserem letzten Ziel auf der Tour, den Buchenegger Wasserfällen. Der Weg führt uns an kleinen Schluchten vorbei und stimmt uns ein auf das was kommt. Auch das Wetter passt sich an und bewegt sich von der Niederschlagsmenge her auch langsam Richtung Wasserfall. Allgäu, ich würde Dich so gerne mal bei Sonnenschein kennenlernen… 🙂
Als wir den Weg hinunter zum Flussbett betreten, ist dieser bereits sehr matschig und rutschig. Hier ist Trittsicherheit oberstes Gebot. Die Wege führen stetig bergab und an manchen Stellen sollte man wirklich langsam und mit Bedacht seine Tritte machen, auch wenn der Pfad breit ist. Wer sich aber unfallfrei unter einfindet, der wird von einem tollen Naturspektakel belohnt! Wir stehen auf dem Pfad und können dem reißenden Wasser zuschauen. Eine kleine Leiter führt direkt ans Ufer. Hier klettere ich über herumliegende Felsen und komme nahe an den Wasserfall. Ich bin von Ehrfurcht ergriffen bar der unbändigen Kraft und Schönheit der Natur an dieser Stelle. Man kann sich sowas immer wieder auf Videos oder im TV anschauen – wenn man davor steht, ist es was anders. Man erkennt ganz klar, welche Wucht und Dynamik hinter der Naturgewalt steckt. Das Regenwetter der letzten Tage hat alles noch anschwellen und wilder werden lassen. Es ist mir Worten kaum zu beschreiben wie schön und imposant das hier ist. Ich verweile ein paar Minuten, mache Fotos und kann mich kaum noch loseisen vom Anblick. Einfach nur herrlich!

[UPDATE]
Christian Lemke vom Bergwasser Canyoning & Rafting Blog hat mich freundlicherweise angeschrieben, damit wir sein feines Video der Buchenegger Wasserfälle hier integrieren können. Das Anschauen lohnt sich definitiv und macht eine Menge Lust auf mehr 🙂

Wir machen uns auf den Weg durch die Schlucht entlang des reißenden Flusses. Eine Brücke führt über ihn drüber und man kann dem Spiel des Wassers wunderbar zuschauen. Das Rauschen und Glucksen ist allgegenwärtig, Wasserwirbel spielen mit allem was sich ihnen nähert und zeigen ihre ganze Schönheit und Kraft. Wir halten eine Zeit lang inne, schauen dem Treiben mit zu, begeben uns auf die andere Uferseite und beginnen mit dem Aufstieg. Und dem damit schwersten Teil der Tour. Was sich auf der gegenüberliegenden Seite als Pfad nach unten bewegte, muss hier natürlich nach oben genommen werden. Über Steinstufen, matschige Pfade, Wurzelwerk. An dieser Stelle merke ich ganz deutlich, dass ich nicht so gut in Form bin dank meiner Fußverletzung. Es ist mehr ein bergauf Fallen als wandern. Mehrfach verfluche ich den Weg und die Höhenmeter. Aber ich versuche mich innerlich zusammen zu reißen und genieße zwischendrin einfach nur die Schönheit der Natur. Und nach gut einer viertel Stunde stehen wir dann auch wieder auf gefestigtem Grund und quasi auf der Zielgeraden der Tour.

Da das Wetter nun in einen beständigen Regen übergeht, verstaue ich die Kamera vorsichtshalber im Rucksack, ziehe alle Klamotten noch enger zusammen und auch die letzte Kapuze auf den Kopf. Schee is es nimmer, aber wir sind ja fast zurück an der Bergstation. Also ab dafür. Immerhin is der Kleene weiterhin gut drauf und halbwegs trocken. Mein Tatonka Poncho hat sich also bewährt und da ich ihn heute für den kleinen Racker geopfert habe, bin ich offizieller Onkel des Monats geworden. Die Brust ist nass vom Regen, aber stolzgeschwellt! Triefend aber glücklich erreichen wir also die Bergstation und machen uns auf zur Fahrt nach untern. Schee war’s hier! 🙂

Fazit zum Rundweg auf dem Hündle im Allgäu über Moosalpe, Sennalpe Sonnhalde, Neugreuth Alpe und Buchenegger Wasserfälle

Trotz Regen eine wunderschöne Tour, die man m.E. auch mit Familie machen kann. Die Tour ist nicht besonders anstrengend oder anspruchsvoll außer an den Buchenegger Wasserfällen. Aber wenn man sich gegenseitig hilft kein Thema. Die besuchten Alpen sind jede Einkehr wert, die Natur im Allgäu auch hier ein einziger Genuss mit viel Abwechslung und bester Luft. Ich würde mich jederzeit wieder auf den Weg machen und die Tour nochmal machen.

Zusammenfassung der Tour

Ausgangs- und Endpunkt: Hündlebahn Talstation
Strecke: Rund 14,3 km
Begangen im Juni 2015
Dauer: Mit ausgiebigen Besuchen der Alpen und gemächlichem Tempo ca. 6 Stunden
Schwierigkeit: Leich bis Mittel. Nicht sonderlich anstrengend, aber an den Buchenegger Wasserfällen wird man gefordert
Wege: Auf befestigten Wegen und Pfaden, immer mal Asphalt, über Wurzelwerk und Steinstufen… Alles dabei.
Klettersteig: Nein
Rundweg: Ja
Schwindelfreiheit: Bei den Buchenegger Wasserfällen etwas erforderlich, aber sonst eigentlich nicht
Trittsicherheit: Auch hier wieder bei den Buchenegger Wasserfällen erforderlich
Ausschilderung: An der Bergstation Weg festlegen und der Ausschilderung folgen, dann sollte es keinerlei Probleme geben
Die GPX-Datei ist bei GPSies verfügbar: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=xzzzaacqqsysudjh

Gesamtstrecke: 14815 m
Maximale Höhe: 1096 m
Minimale Höhe: 752 m
Gesamtanstieg: 1241 m
Gesamtabstieg: -1550 m
Download file: huendle.gpx

Jochen Califice

Frei und raus. Wandern, Outdoor, Sport. Und immer auf der Suche nach Herausforderungen und Spaß. In meinem Blog möchte ich das Erlebte festhalten und teilen. Inspirieren, motivieren, beraten. Und einfach genießen zu schreiben 🙂

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