Heidelberg – Gaisbergturm – Himmelsleiter – Königstuhl – Heidelberger Schloss

Frühlingsanfang 2019, die ersten echten Sonnentage. Rund 15,5 km Wanderung erwarten mich in und um Heidelberg. Von der Stadt geht es zum Gaisbergturm, über die Himmelsleiter zum Königstuhl, im Bogen um die Bismarckhöhe und dann hinab zum Heidelberger Schloss und durch die Altstadt zurück. Es gibt also einiges zu tun. Dann mal ab auf den Weg!

Vom Bismarckplatz zum Gaisbergturm

Die Tour startet in der Innenstadt. Ein außergewöhnlicher Startpunkt für eine Wanderung. Das Parken im Parkhaus ist schon ungewöhnlich. Und es fühlt sich noch seltsamer an, in Wandermontur durch die belebte Innenstadt zu marschieren.

Zum Glück ist die Begegnung mit der Stadtbevölkerung nur von kurzer Dauer. Schon recht schnell nach dem Start am Bismarckplatz geht es seitlich hoch in Richtung Wald. Ein kleiner, gepflasterter Pfad setzt den Startpunkt zum Aufstieg zum Gaisbergturm.

Wir folgen dem gelben R des Linken Neckarrandweg über Waldwege und Steintreppen immer aufwärts. Der Weg windet sich bis zu den Sieben Linden, welche umgeben von Bänken fast einer Wurzel zu entspringen scheinen. Von hier aus betreten wir den Teerweg in Richtung Wolfshöhle/Bahnhof. Immer wieder geben uns die linksseitig liegenden Bäume Blicke auf Heidelberg frei. Mit jedem Schritt wird der Lärm der Stadt weniger und Entspannung macht sich breit. Wir passieren eine kleine Straße und gehen den Weg weiter links an der Schutzhütte vorbei, ein Stück vorbei und dann rechts Richtung Königstuhl. Fast überall stehen Wegweiser und man kann sich optimal orientieren. So finden wir auch problemlos auf der rechten Seite eine Bank, an welcher wir auch rechts abbiegen und hinter ihr dem linken Pfad folgen, markiert mit einer gelben Eins in einem gelben Kreis. Der Pfad führt uns idyllisch bergauf und nach wenigen Minuten erreichen wir den Gaisbergturm. Über seine unregelmäßigen Stufen erklimmt man seine kleine Plattform und hat einen herrlichen Blick auf die Weiten der Rheinebene.

Vom Gaisbergturm über die Himmelsleiter auf den Königstuhl

Am Gaisbergturm geht es über den Rastplatz weiter Richtung Sprunghöhe. Allerdings hatte ich hier etwas Probleme den richtigen Weg zu finden. Der Wegweiser zeigte meines Erachtens in die Richtung aus der ich hoch zum Gaisbergturm kam. Nach dem Studieren der Karte nahm ich den Weg, welcher vom Turm herunterkommend geradeaus führt. Eine gute Wahl, denn hier lang geht es auch weiter 🙂

Die Sprunghöhe erweist sich als weitere Schutzhütte mit einigen abzweigenden Wegen. Da ich am Gaisbergturm schon gerastet habe, halte ich mich hier nicht lange auf und nehme den Abzweig links Richtung Heidelberg Bahnhof über den Birkenbankweg. Nach einiger Zeit geht es rechts zurück auf den Linken Neckarrandweg mit besagtem gelben R. Der Weg führt nun relativ unspektakulär durch den schönen Wald. Es kommt mehr und mehr Verkehrslärm auf. Nach einiger Zeit ist auch klar weshalb, denn wir treffen auf eine breite Straße, auf der wir nach rechts folgen. Wir passieren das Schlosshotel Molkenkur und folgen dem Molkenkurweg, bis wir links zur Seilbahnstation Molkenkur abbiegen. Da wir bekanntlich tapfere Wanderer sind, passieren wir die Station, um uns dem Aufstieg zu Fuß zu widmen. So gehen wir also gegenüber der Station den Schotterweg entlang und betreten auch nicht den Pfad zum Königstuhl.

Nach einiger Zeit kreuzen wir die Himmelsleiter. Hier entscheide ich mich dazu vom Wegverlauf der Krümelhüpfer abzuweichen und die Himmelsleiter aufwärts zu laufen. Der Ehrgeiz packt mich hier irgendwie und ich gehe solche steilen Wege auch einfach lieber hoch statt runter.

Gut 1.200 Steinstufen und 270 Höhenmeter hat sie insgesamt. Den von mir absolvierten Teil später fühle ich mich, als hätte man mich schwer verprügelt und dabei so lange auf den Brustkorb rumgetrommelt, dass dieser keinerlei Luft mehr in sich hat und nur noch zum Pfeifen da ist. Ich habe keine Ahnung, warum die Himmelsleiter so heißt, wie sie heißt, aber einige Theorien. Weil man dem Himmel so nahe ist über den Umweg Herzinfarkt. Oder beim Aufstieg seine Lungenbläschen gehimmelt hat… Irre. Echt. Aber: Geschafft! Nachdem die Schnappatmung überstanden ist und Lunge wie Herz wieder in einem normalen Takt arbeiten, kann man auch die Glückshormone dank des Geleisteten wahrnehmen! 🙂

Der Königstuhl an sich ist für mich heute allerdings eine Enttäuschung. Oben angekommen ist der Ausblick auf Heidelberg und das weite Umland zwar herrlich, allerdings auch weitestgehend überlaufen. Und das an einem Freitagnachmittag. Noch dazu ist hier eine riesige Baustelle vorzufinden. Idylle ist was anderes. So orientiere ich mich flugs in Richtung Käsekuchen und Kaffee an der Bergbahnstation, um relativ fix wieder auf den Weg zu kommen. Hier oben hält mich einfach nix. Schade drum.

Vom Königstuhl über den Hohlen Kästenbaum zum Heidelberger Schloss

Es geht in Richtung Märchenparadies Heidelberg. Das merke ich mir mal für einen Ausflug mit den Kids von Freunden. In Kombination mit Bergbahn und Himmelsleiter vielleicht ein Tagesausflug mit viel Spaß für die Kleinen. Da ich aber als alter Sack heute alleine unterwegs bin, umrunde ich das Areal und begebe mich weiter. Nach kurzer Zeit komme ich an eine große Lichtung mit Rastplatz. Hier geht es rechts zurück auf den Neckarsteig. Wir folgen diesem immer weiter, bis wir an eine sternförmige Kreuzung gelangen. Dort geht es auf dem Schotterweg links weiter Richtung Hohler Kästenbaum. Weiter auf dem Neckarsteig geht es bald rechts ab über den Eisenlohrweg, einem hübschen Waldpfad abseits der breiten Wege. Er kreuzt eine etwas breitere Straße, dieser folgen wir nun ein ganzes Stück in die linke Richtung. Überall fällt auf, dass der Frühling hereinbricht. Vögel zwitschern, die Sonne wärmt ein Stück, es riecht nach frisch gewachsenen Pflanzen. Es ist herrlich hier! Die gute Laune lässt das kommende Stück Weg kurzweilig werden.

Ich erreiche den Rastplatz Hohler Kästenbaum. Erneut ein sehr schöner Platz zum Ausharren. Der gleichnamige Brunnen ist leider im Moment nicht im Einsatz. Hier kann auf jeden Fall für Vierbeiner erfrischendes Wasser geholt werden. Für Zweibeiner entdecke ich zumindest keinen Warnhinweis. Ich bin allerdings verpflegt und mache mich weiter auf dem Weg. Nun auf dem Felsenmeerweg. Und der geht ein ganzes Stück weit, denn er verläuft am Fuße des Königstuhl und der Bismarckhöhe vorbei. Aber der weitere Weg lohnt sich, denn so geht es wieder zurück zur geliebten Himmelsleiter. Auf diese biegen wir dann auch rechts ab. Gott sei Dank dieses Mal den Weg runter. Das ist gleich angenehmer, aber einiges an Trittsicherheit gefordert ist. Aber auch das ist machbar. 🙂

Die Himmelsleiter endet an einer großen Straße mit Parkplatz. Wir erreichen den Stadtrand von Heidelberg. Hier ist man dem Heidelberger Schloss sehr nahe. Es ist ein imposantes Bauwerk. Wenn man es in seinem ganzen Ausmaß sieht und wahrnimmt, mag man kaum fassen, dass es vor schon so langer Zeit von Menschenhand erbaut wurde. Ich verstehe nun, wieso die Heidelberger so stolz auf ihr Wahrzeichen sind und Touristen aus der ganzen Welt in Heidelberg landen. Der Weg führt uns Richtung des Schlosses und um es rum. Das ganze Gebiet rund um diesen wunderschönen Bau ist geprägt von fantastischen Gebäuden. Schmale Gassen führen uns immer weiter Richtung Innenstadt. Alles ist voller Menschen und pulsiert vor lauter Energie und Lebensfreude. Es ist toll hier, auch wenn mir die Menschenmassen dann doch irgendwann zu viel sind. Aber es ist unterm Strich ein schöner letzter Weg zurück zum Parkhaus, wo ich mit einem zufriedenen Gefühl diese Tour abschließe.

Zusammenfassung zur Wanderung Heidelberg – Gaisbergturm – Himmelsleiter – Königstuhl – Heidelberger Schloss


Ausgangs- und Endpunkt: Bismarckplatz Heidelberg
Distanz: Rund 15,5 km
Begangen Ende März 2019, zart-sonniges Frühlingswetter
Dauer: Knapp 4 Stunden mit ausgiebigen Pausen
Schwierigkeit: Mittel, für Himmelsleiter gute Kondition und Trittsicherheit erforderlich
Wege: Waldwege, Waldpfade, Straßen, Schotterwege
Klettersteig: Nein
Rundweg: Ja
Schwindelfreiheit: Nicht erforderlich
Trittsicherheit: Teilweise erforderlich,
Ausschilderung: Sehr gut ausgeschildert

Weiterführende Links

– Die Tour im Original bei den Krümelhüpfern
– Die Tour bei outdooractive

Jochen Califice

Jochen Califice

Frei und raus. Wandern, Outdoor, Sport. Und immer auf der Suche nach Herausforderungen und Spaß. In meinem Blog möchte ich das Erlebte festhalten und teilen. Inspirieren, motivieren, beraten. Und einfach genießen zu schreiben 🙂

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