Angekommen am Parkplatz der Hündlebahn Talstation packten wir erst mal unsere Sachen ordentlich und kümmerten uns um einen halbwegs brauchbaren Schutz gegen den Nieselregen. Da wir ein Kleinkind von sechs Monaten dabei hatten, mussten wir etwas anders planen als sonst. Der Kleine war bester Laune und die wollten wir ihm nicht verderben. So kam endlich mein Regenponcho mal zum Einsatz, hier als Baby-Schutz. Hat sich bewährt 🙂
Los geht's mit der Fahrt zur Hündlebahn Bergstation. Oben angekommen zerschlug sich auch gleich unsere Hoffnung auf besseres Wetter. Aber das tat der Laune keinen Abbruch. Wir bestimmen die heutige Route und machen uns auf den Weg. Wie immer bin ich sofort erschlagen von der Vielfältigkeit des wunderschönen Allgäus. Bergpanoramen, satte Wiesen, Bäche, Schluchten, Felsen, Kühe, Wald... Alles ist im Überfluss vorhanden. Die Luft ist frischer, die Menschen sind glücklicher. Es ist herrlich wieder hier zu sein!
Nach recht kurzer Zeit legen wir eine erste kleine Pause ein und besuchen die Moosalpe. Eine herrliche Wärme empfängt uns und wir belohnen uns gleich mal mit einer Halben, einem Kaffee und einem sehr leckeren Stück Kuchen. Auch der kleine Racker bekommt etwas Proviant, was vom Timing her auch super passt, denn draußen kommt grad ein Schauer runter. Wir genießen also noch etwas die Vorzüge eines warmen, trockenen Raumes und machen uns dann weiter auf den Weg.
Wir passieren einige asphaltierte Wege und kommen durch ein Stück Wald und entlang des Waldrandes sehr bald schon an der Sennalpe Sonnhalde an. Hier werden wir von einem super netten und bestens gelaunten Gastgeber in Empfang genommen. Der gute Mann führt die Alpe bereits seit 1982 und man merkt ihm sofort an, dass es das beste war was ihm und der Alpe passieren konnte. Dieser Mann lebt diese wunderschöne Alpe. Und die Alpe profitiert von der Hingabe dieses Mannes. Es ist sau gemütlich drinnen und die beste Heimatschmonzette der 60er Jahre hätte das Gefühl dort drin nicht wiedergeben können. Wir trinken wieder unsere Halbe (außer Mami und Knirps natürlich!), gönnen uns wieder eine Kleinigkeit zu essen und verlassen nach gut 45 Minuten mit etwas trockeneren Klamotten und frischer Kraft diesen wunderschönen Ort.
Der Weg wird nun etwas wilder, führt nun entlang an Waldgebieten und durch kleine Täler, an Bächen vorbei, über Viehweiden wieder zu Asphaltwegen. Nach einiger Zeit stoßen wir auf die Neugreuth Alpe. Da es nun mal regnet und die Leute hier von der Einkehr leben, statten wir auch hier den Leuten einen Besuch ab. Das lohnt sich auch gleich wieder. Was sich wie ein roter Faden zieht ist die Tatsache, dass es auch hier super Essen und Halbe gibt. Daher ergeben wir uns den Fakten und frönen beidem.
Frisch gestärkt machen wir und dann auf zu unserem letzten Ziel auf der Tour, den Buchenegger Wasserfällen. Der Weg führt uns an kleinen Schluchten vorbei und stimmt uns ein auf das was kommt. Auch das Wetter passt sich an und bewegt sich von der Niederschlagsmenge her auch langsam Richtung Wasserfall. Allgäu, ich würde Dich so gerne mal bei Sonnenschein kennenlernen... 🙂
Als wir den Weg hinunter zum Flussbett betreten, ist dieser bereits sehr matschig und rutschig. Hier ist Trittsicherheit oberstes Gebot. Die Wege führen stetig bergab und an manchen Stellen sollte man wirklich langsam und mit Bedacht seine Tritte machen, auch wenn der Pfad breit ist. Wer sich aber unfallfrei unter einfindet, der wird von einem tollen Naturspektakel belohnt! Wir stehen auf dem Pfad und können dem reißenden Wasser zuschauen. Eine kleine Leiter führt direkt ans Ufer. Hier klettere ich über herumliegende Felsen und komme nahe an den Wasserfall. Ich bin von Ehrfurcht ergriffen bar der unbändigen Kraft und Schönheit der Natur an dieser Stelle. Man kann sich sowas immer wieder auf Videos oder im TV anschauen – wenn man davor steht, ist es was anders. Man erkennt ganz klar, welche Wucht und Dynamik hinter der Naturgewalt steckt. Das Regenwetter der letzten Tage hat alles noch anschwellen und wilder werden lassen. Es ist mir Worten kaum zu beschreiben wie schön und imposant das hier ist. Wir verweilen ein paar Minuten, machen Fotos und können uns kaum noch loseisen vom Anblick. Einfach nur herrlich!
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