Oberallgäu : Fellhorn Talstation über Kanzelwandhaus zur Mittelstation am Schlappoltsee

Dritter Tag im Allgäu. Und nach den beiden Einstiegstouren in der Starzlachklamm und entlang der Nagelfluhkette erwartete uns heute die erste echte Herausforderung. Wir entschieden uns für das Fellhorn als Spielwiese für diesen Tag. Und begrüßt wurden wir auch gleich mit höchst motivierendem Wetter: Regen und Nebel. Das lässt das Herz des Wanderers gleich höher schlagen. Also Regenklamotten an, alles fein eingepackt und ab dafür 🙂

Vor Ort schauen wir uns die verfügbaren Routen an. Nach recht langem Hin und Her entscheiden wir uns für einen Aufstieg von rund 870 Höhenmeter, direkt hinter der Talstation über das Kanzelwandhaus bis zur Mittelstation der Fellhornbahn. Ein letzter Check der Ausrüstung, dann begeben wir uns auf den Weg. Und dieser führt uns gleich mal in den Wald und von dort aus reichlich bergauf. Der Weg ist durchsetzt von Wurzelwerk und entsprechend rutschig bei dem Wetter. Schon nach wenigen Minuten bin ich am Keuchen wie eine Dampflok im Hochbetrieb. Die Beine brennen vom ständigen Halt suchen und Kraxeln zwischen und über Wurzeln. Die Aussicht ist weiterhin nur Nebel und eine fast parallel zum Weg verlaufende Wiesenlandschaft. In der Hoffnung auf mehr Abwechslung und bessere Sicht steigen wir stetig weiter bergauf.

Nach gut 45 Minuten erreichen wir erst mal wieder festen Boden in Form einer bergauf führenden Straße. Am Wegkreuz machen wir kurz Pause und sammeln Kraft. Die Aussicht auf weniger Kraxelei lässt die Stimmung definitiv ansteigen. Nach kurzer Zeit erreichen wir dann den ersten Rastpunkt. Hier nehmen wir erst mal Platz und vespern ein Bisserl. Nach gut 15 Minuten geht es dann aber weiter in Richtung des auf 1.519 Meter Höhe liegenden Kanzelwandhauses. Dazu laufen wir ein Stück weiter auf Asphalt, biegen dann aber erneut in ein Waldstück ein, welches kurze Zeit später über Pfade durch Wiesen läuft. Und so erreichen wir nach gut einer halben Stunde das Kanzelwandhaus. Es ist geschlossen, mit viel Kundschaft ist bei diesem lausigen Wetter sicher auch nicht zu rechnen. Denn weiterhin ist es einfach nur nass und diesig und der Ausblick eher trist.

Weiter geht’s bergauf. Entlang betonierten Wegen. Die Tour ist mehr Anstrengung als Erlebnis. Es hilft eigentlich nur an die Belohnung in Form des der Mittelstation mit ihrem daneben liegenden Alpsee zu denken. Beides erreichen wir nach gut 45 Minuten. Der Anblick des Schlappoldsees ist herrlich, das muss man ihm lassen. Auf jeden Fall endlich mal ein gutes Motiv vor der Kamera. Da mein Kreislauf etwas nachgibt nutze ich also die Gelegenheit und halte das Szenario fest. Sicherlich aber bei gutem Wetter um einiges beeindruckender. Aber man soll sich ja über das freuen was man hat. Und überhaupt können wir echt stolz sein über das Geleistetet, denn 870 Höhenmeter macht man auch nicht jeden Tag! In der Mittelstation angekommen fröhnen wir noch einigen Leckereien in Form von Gulaschsuppen und Kuchen. Lohnt sich auf jeden Fall und haben wir uns verdient! 🙂

Fazit zur Tour Fellhorn Talstation über Kanzelwandhaus zur Mittelstation am Schlappoltsee

Ich kann es eigentlich nur schwer beurteilen. Das Wetter war mies, die Aussicht entsprechend bescheiden. Aber ich denke auch bei gutem Wetter hätte die Tour nicht gerade viele Reize gehabt. Zu eintönig war der Weg, zu langweilig alles und dafür dann zu anstrengend. Ich erfreue mich wie bereits erwähnt an der Leistung, den Rest brauche ich nicht mehr und würde die Tour kein zweites Mal angehen.

Zusammenfassung der Tour

Ausgangspunkt: Fellhornbahn Talstation, Oberstdorf
Endpunkt: Fellhornbahn Mittelstation
Strecke: Rund 6,6 km
Dauer: Mit kleinen Pausen und gemächlichem Tempo ca. 3 Stunden
Schwierigkeit: Anfangs schwer da über Wurzelwerk und Gestein, ab der ersten asphaltierten Wege dann mittel. Kondition und Kraft dringend notwendig.
Wege: Wurzelwerk, Wald und Wiesen und ein gutes Stück Asphalt
Klettersteig: Nein
Rundweg: Nein
Schwindelfreiheit: Kaum erforderlich
Trittsicherheit: Oft erforderlich
Ausschilderung: Sehr gut ausgezeichnet, Karte sollte man aber jederzeit griffbereit haben
Die GPX-Datei ist bei GPSies verfügbar: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=hbseddosbfioxmym
Wanderkarte: Oberstdorf – Kleinwalsertal: Kompass Wanderkarte mit Aktiv Guide, Radwegen, Loipen und alpinen Skitouren. GPS-genau. 1:25000

Jochen C

Frei und raus. Wandern, Outdoor, Sport. Und immer auf der Suche nach Herausforderungen und Spaß. In meinem Blog möchte ich das Erlebte festhalten und teilen. Inspirieren, motivieren, beraten. Und einfach genießen zu schreiben 🙂

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