Mittelrhein-Klettersteig Boppard

Das Klettersteig-Virus hat mich gepackt. Was liegt näher als meine Liebe zum Mittelrheintal mit der neuen Passion zu kombinieren. Der Mittelrhein-Klettersteig Boppard ruft mit knapp 5,2 km und Traumpanoramen, um das ausgebrochene Via Ferrata Fieber zu lindern. 

Start an der Talstation der Sesselbahn in Boppard

Es ist irgendwie knuffig an der Talstation der Sesselbahn in Boppard. Normalerweise sehe ich solche in eher alpineren Gegenden, Allgäu oder Südvogesen zum Beispiel. Der Vorteil liegt auf der Hand: Man bekommt viel einfacher einen Parkplatz. 🙂

Ein Stück rechts neben der Talstation zeigt ein Hinweisschild schon Richtung Klettersteig. Über einen kleinen Pfad entlang des Zauns eines Grundstücks geht es bergauf über felsigen Boden und immer in Richtung „Klettervariante“. Man bekommt bereits einen Vorgeschmack auf tolle Ausblicke. Mit jedem Schritt bekommt man eine bessere Aussicht auf Boppard, die Rheinschleife und Bopparder Hamm. Was jetzt noch fehlt ist der Einstieg in den Klettersteig. Dieser findet sich nach wenigen Minuten in Form zweiter Leitern nach unten. Also einhaken und ab dafür. Unten wieder ausgehakt und ein Stück des Weges lang kommt die erste Stelle mit Stiegen entlang des Fels bergauf. Der kleine Part endet weiter oben wieder auf einem Pfad dem ich folge. Die Ausblicke werden immer feiner. Wiede mal habe ich Kaiserwetter erwischt und labe mich an den gebotenen Panoramen.

Abwechslungsreiche Weg Gestaltung über Pfade und Klettersteigpassagen

Pfade und Stiege wechseln sich in der Folge wieder ab und sind charakteristisch für den Mittelrhein-Klettersteig Boppard. Ich erreiche eine Stelle mit minimalem Überhang und über eine kleine Freifläche. Immer gut gesichert durch Drahtseile und breite Stiegen. Etwas später geht es gleich zweifach hinauf. Stiege wechseln sich direkt mit Leitern ab. Ein toller Ausblick an dieser fast alpin anmutenden Stelle. Oben angekommen lädt mich eine Bank bei bestem Panorama auf die Sonnenschein getränkte Rheinschleife ein zum Verweilen. Einladung angenommen. Alleine schon um die Chance zu nutzen, das für die Augen offensichtliche ansatzweise nachvollziehbar in digitale Form zu pressen. Nach getaner Arbeit und einer Genusspause geht es weiter.

Der Weg führt nun eine Zeit lang als Pfad parallel zum Rhein, ehe es über eine zwei Leitern ein Stück nach unten geht. Weiter geht es über einen Waldpfad, welcher erneut am Fels endet. Hier geht es eindrucksvoll über Leitern hinauf. Ein Plateau unterteilt den kleinen Aufstieg und hält wieder einmal einen tollen Blick auf Boppard bereit. Ich genieße wieder für ein paar Minuten das Dargebotene, es ist leider auch das gefühlte Ende des Klettersteigs. Noch ein paar Knipser, dann weiter auf der kleinen Reise.

Aussichtsreiches Finale mit Panorama reichen Einkehrmöglichkeiten

Es geht nun über Waldpfade weiter. Immer wieder erhasche ich einen Blick auf den Rhein. An einigen Stellen stehen die obligatorischen Bänke mit den Weitblicken, welche das Herz des Wanderers erwärmen. Die Rheinschleife geht in die Bopparder Hamm über, die Weinterrassen baden im Sonnenlicht. Es geht immer weiter Richtung Bahnstation. Auf dem Weg zum Abstieg erreiche ich in kurzen Abständen gleich zwei Gaststätten, deren Terrassen mit Premium-Ausblicken locken: Vierseeblick (Achtung: Google Rezensionen beachten!) und Gedeonseck. Leider sind beide an diesem Freitag Spätnachmittag geschlossen. Ich verweile jeweils kurz und sauge noch ein Stück weit die tollen Eindrücke aus den Blicken auf dieses fantastische Stück Mittelrheintal auf. Etwas Wehmut kommt auf, dass diese Tour doch so rasch vorbei ist.

Knackiger Abstieg parallel zur Sesselbahn nach Boppard

Die Bergstation der Sesselbahn ruft zum Finale des Mittelrhein-Klettersteig Boppard auf. Es geht etwas anspruchsvoller bergab. Trittsicherheit ist hier ein absolutes Muss. Der Weg führt entlang des Verlaufs der Sesselbahn und belohnt die Mühen mit letzten schönen Weitblicken auf Vater Rhein, Boppard und die herrlich grünen Weiten der Seitentäler. Die Sonne dreht ihre letzten freundlichen Runden und strahlt noch kräftig auf das was das Auge zu erfassen bekommt. Nach gut 15 Minuten Abstieg erreiche ich angenehm gefordert von der Tour wieder die Talstation der Sesselbahn und mache mich nach einer feinen Tour auf den nach Hause Weg.

Fazit zum Mittelrhein-Klettersteig Boppard

Die Tour ist fast schon ein Wander-Quickie. Man ist in gut 2,5 Stunden durch, wenn man sich in gemütlichem Tempo bewegt. Kleine Pausen mit inbegriffen. Der Reiz kommt von der Vielfalt. Waldpfade, Kletterstiege, traumhafte Ausblicke auf Vater Rhein, Rheinschleife, Bopparder Hamm und Seitentäler etc. Es wird enorm viel geboten. Dabei ist kein Klettersteigset wirklich notwendig. Die Abschnitte mit der Kraxelei sind alle im Bereich A bis maximal B. Wer sich bei der Thematik aber noch etwas unsicher fühlt, kann mit Gurt und Set jederzeit an den überall befindlichen Drahtseilen sichern. Ich finde die von mir aus gesehen etwas längere Anfahrt hat sich absolut gelohnt. Eine relativ flotte Genuss-Tour, welche sehr viel bietet und jederzeit kurzweilig ist. Sehr schön.

Weitere Touren in der Nähe

Zusammenfassung zum Mittelrhein-Klettersteig Boppard

Ausgangs- und Endpunkt: Talstation der Sesselbahn in Boppard
Strecke: Rund 5,2 km mit Auf- und Abstieg
Begangen Anfang Mai 2018, ca. 25° Celsius bei klarem, sonnigen Wetter
Dauer: Knapp 2,5 Stunden mit 2-3 kleinen Pausen
Schwierigkeit: Leicht
Wege: Waldpfade, Felsenpfade, mit Drahtseil gesicherte Klettersteig-Abschnitte (A-B)
Klettersteig: Ja
Rundweg: Ja
Schwindelfreiheit: Erforderlich
Trittsicherheit: Erforderlich
Ausschilderung: Sehr gut ausgeschildert
Die GPX-Datei ist bei GPSies verfügbar: https://www.gpsies.com/map.do?fileId=ewnewqtiyatulxdi

Jochen C

Frei und raus. Wandern, Outdoor, Sport. Und immer auf der Suche nach Herausforderungen und Spaß. In meinem Blog möchte ich das Erlebte festhalten und teilen. Inspirieren, motivieren, beraten. Und einfach genießen zu schreiben 🙂

More Posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.